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Details zur Wegleitung «Schneerückhaltevorrichtungen»

Details zur Wegleitung «Schneerückhaltevorrichtungen»

Schneerückhaltevorrichtungen sind wichtig für die Sicherheit von Menschen und Sachschäden. Sie müssen fachgerecht geplant und montiert werden.

Technik

Text: Marco Röthlisberger | Fotos: Gebäudehülle Schweiz

Die neue Wegleitung «Schneerückhaltevorrichtungen» der Technischen Kommission Steildach von Gebäudehülle Schweiz, suissetec und Swissolar zeigt auf, ­warum eine solche Vorrichtung wichtig ist.

Sicherheitskonzept und Haftungspflichten bei geneigten Dächern
Wenn bei Dächern infolge ihrer Lage und Dachneigung Schneerutsche auf benutzte Fussgängerwege, Spielplätze, Vorplätze bei Hauseingängen oder Ähnliches zu erwarten sind, müssen Schneerückhaltevorrichtungen vorgesehen werden (Ziff. 2.1.3.1 Norm SIA 232/1:2011 «Geneigte Dächer»). Schneerückhaltevorrichtungen sind Teil des Sicherheitskonzeptes eines Gebäudes. Aus dem Obligationenrecht geht hervor, dass der Eigentümer eines Gebäudes für Schäden haftbar ist, die wegen fehlerhafter Anlage sowie mangelhaftem Unterhalt entstehen, unabhängig von Sach- oder Personenschäden. Die Schneerückhaltevorrichtung soll so geplant und montiert werden, dass der Schnee möglichst ganzflächig und auf beiden Dachseiten liegen bleibt und ein kontrolliertes Abtauen der Schneemassen sichergestellt ist oder, bei Dächern ohne Schneerückhaltevorrichtung, dass ein kontrolliertes, schadenfreies und gefahrloses Abrutschen der Schneemassen möglich ist. Bei Neubauten sollten die Schneerückhaltevorrichtungen schon in die Tragwerksplanung einfliessen. Bei nachträglich umgesetzten Schneerückhaltevorrichtungen ist es die Pflicht des Bauherrn, den Tauglichkeits- und Statiknachweis zu erbringen. Der Unternehmer prüft den Untergrund in Zusammenarbeit mit der Bauleitung.

Wegleitung «Schneerückhaltevorrichtungen» (Seite 24): Tabelle für den Einsatz von Schneefang mit Solardeckung, Trapezdächer, Sandwichelemente.

Kombination (Schneefang und Schneehalter)
Eine einfache und kostengünstige Variante, um den Schnee auf der ganzen Dachfläche zu halten, ist die Kombination von Schneefang und Schneehalter, welche in der Wegleitung in mehreren Situationen empfohlen wird.

Einbauten, Aufbauten und ­Durchdringungen
Besondere Beachtung sollte auf grössere Dachlängen (ab circa 1,50 m) oberhalb von Einbauten (z. B. Dunstrohre/Kamine, Sonnenschutzsysteme auf Dachflächenfenstern, permanente Seilsicherungen, aufgebaute Solaranlagen usw.) gelegt werden. Wenn die verbaute Komponente durch den Hersteller oder den Planer nicht nachweislich auf eine definierte Schneelast bemessen worden ist, sollte oberhalb dieser Einbauten eine geeignete Schneerückhaltevorrichtung eingebaut werden.

Schneefang bei Solardeckungen
Ein wirkungsvoller Schneefang reduziert bei Solaranlagen den Ertrag. Somit besteht ein Interessenskonflikt zwischen dem Wunsch nach maximalem Energieertrag und Sicherheit. Es sei daher explizit darauf hingewiesen, dass die Minimierung des Risikos von relevanten materiellen und insbesondere Personenschäden Priorität hat vor der Ertragsmaximierung einer Solaranlage. Die Wegleitung zeigt daher in der Tabelle 4.2, wie gross die Abstände zwischen den Schneefangreihen sein dürfen und wie mit anderen Massnahmen die Abstände vergrössert werden können.

Schnee auch in tiefen Lagen möglich. Aufnahme vom 3.12.2023. Hohentannen TG. Bezugshöhe 630 h0, Schneelawinen auf Photovoltaik-Anlagen dürfen nicht unterschätzt werden.
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