Gebäudehülle Schweiz

    Beiträge:

    Kategorien:

«Fokus Hülle» – Solarenergie braucht Systemdenken

«Fokus Hülle» – Solarenergie braucht Systemdenken

Solaranlagen sind auch ein ausgeklügeltes Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten. Das macht sie aus technischer Sicht attraktiv.

Technik

Text: Silvia Gemperle | Fotos: Jessica Nigg

Photovoltaik ist heute technisch ausgereift – doch ihr Potenzial wird nur ausgeschöpft, wenn sie als Teil eines Gesamtsystems geplant wird. Für Elia Hegi, Projektleiter bei Enevo Energy und Mitglied des Soundingboards von Gebäudehülle Schweiz, beginnt eine gute Photovoltaik-Anlage deshalb nicht mit der Montage, sondern mit einer sorgfältigen Planung. Im Gespräch betont Elia Hegi das Zusammenspiel von Photovoltaik-Anlage, Batteriespeicher, Wärme-pumpe, Elektromobilität und Energiemanagement. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Solarstrom erzeugt wird, sondern wann und wie er genutzt werden kann. Gerade bei Eigenheimen werden Batteriespeicher zunehmend zum Standard. Sie verschieben Solarstrom vom Tag in die Abend- und Nachtstunden und erhöhen damit den Eigenverbrauch. Energiemanagementsysteme können Verbraucher gezielt ansteuern – etwa Wärmepumpe, Boiler oder Ladestation. So wird aus der Photovoltaik-Anlage ein vernetztes Energiesystem.

Jede Anlage ist anders

Bei Gewerbe- und Mehrfamilienhäusern wird die Planung anspruchsvoller. Unterschiedliche Nutzer, Verbrauchsprofile und Abrechnungsmodelle müssen berücksichtigt werden. Eine «massgeschneiderte» Anlage bedeutet für Elia Hegi deshalb vor allem, Anlagengrösse und Technik auf den tatsächlichen Ver-brauch abzustimmen. Simulationen helfen, Varianten zu vergleichen: Wie gross soll die Photovoltaik-Anlage sein? Welche Speicherkapazität ist sinnvoll? Wie lässt sich der Eigenverbrauch optimieren? Und welche Lösung ist technisch und wirtschaftlich langfristig die beste? Auch die baulichen und elektrischen Voraussetzungen müssen stimmen. Veraltete Elektroinstallationen, spezielle Dachaufbauten oder Asbest können die Umsetzung beeinflussen. Eine frühe Abstimmung zwischen Fachplanern und Handwerkern ist deshalb entscheidend.

Zu Gast bei Silvia Gemperle in Folge 7 des Podcasts «Fokus Hülle» ist Elia Hegi, Projektleiter bei Enevo Energy und Mitglied des Soundingboards von Gebäudehülle Schweiz.

Schnittstellen werden wichtiger

Immer wieder werden einzelne Komponenten geplant und beschafft, ohne das Gesamtsystem ausreichend zu berücksichtigen. Dann stehen beispielsweise Photovoltaik-Anlage und Wärmepumpe zwar im selben Gebäude, können aber nicht optimal zusammenspielen. Dabei ist die notwendige Technik vorhanden. Moderne Wechselrichter, Batteriespeicher und modulierende Wärmepumpen bieten zahlreiche Möglichkeiten zur intelligenten Steuerung. Voraussetzung ist, dass diese Funktionen bereits in der Planung berücksichtigt und passende Komponenten eingesetzt werden. Elia Hegi plädiert deshalb für mehr Systemdenken und etwas mehr Planungsaufwand zu Beginn. Das zahlt sich durch einen zu verlässigeren Betrieb und eine bessere Nutzung des Solarstroms aus. Und trotz aller Technik bleibt für ihn die Begeisterung wichtig. Besonders freut ihn, wenn Kunden ihre Anlage aktiv verfolgen und optimieren. Ein technisch sauber laufendes System, dessen Energieflüsse die Kunden im Monitoring beobachten und dessen Solarstrom möglichst vollständig genutzt wird – genau das macht für Elia Hegi den Reiz der Photovoltaik aus. Leistungsfähigere Module, intelligente Wechselrichter und günstigere Speicher eröffnen laufend neue Möglichkeiten. Solarenergie ist dann besonders erfolgreich, wenn Gebäudehülle und Gebäudetechnik als gemeinsames Energiesystem geplant werden.

Mitglied werden.

Eine Mitgliedschaft bei Gebäudehülle Schweiz erleichtert Ihnen den Arbeitsalltag und verschafft Ihnen einen Informationsvorsprung am Markt.

© Gebäudehülle Schweiz