Gebäudehülle Schweiz

    Beiträge:

    Kategorien:

Einfach verständliche und praxisbezogene Tipps

Einfach verständliche und praxisbezogene Tipps

Ein gemeinsames Projekt der Sozialpartner im Gebäudehüllen-Gewerbe will die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben fördern.

Verband

Interview: Adrian Hauser | Foto: Gebäudehülle Schweiz

Wie lässt sich Flexibilität auf der Baustelle und im Büro erfolgreich umsetzen? Das Projekt «Teilzeitbau – Vereinbarkeit im Gebäudehüllen-Gewerbe» liefert praxisnahe Unterstützung. Im Gespräch erklärt Projektleiterin Barbara Rimml, wie neue Arbeitszeitmodelle dem Fachkräftemangel entgegenwirken und die Betriebe der Gebäudehülle stärken.

Projekt «Teilzeitbau – Vereinbarkeit im Gebäudehüllen-Gewerbe»

»Was ist das Ziel dieses Projekts?

Das übergeordnete Ziel ist es, einen Beitrag zur Gleichstellung zu leisten. Dies mit Arbeitsmodellen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben fördern. Väter erhalten durch mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung die Möglichkeit, sich stärker bei der Kiderbetreuung zu engagieren. Gleichzeitig wird die Branche dadurch attraktiver – gerade auch für Frauen. Attraktive Arbeitsmodelle tragen ausserdem dazu bei, Fachkräfte in der Branche zu halten und neue zu gewinnen.

»Wer ist am Projekt beteiligt?

Das Projekt wird gemeinsam mit den Sozialpartnern geführt und umgesetzt. Mit dabei sind Gebäudehülle Schweiz sowie die Gewerkschaften Unia und Syna, die Projektleitung liegt beim Verein Pro Teilzeit. Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) unterstützt das Projekt zudem mit Finanzhilfen. Die breite Trägerschaft ermöglicht es, The men anzugehen, die den GAV betreffen. Eine Arbeitsgruppe mit Arbeitgebenden aus verschiedenen Regionen der Deutschschweiz begleitet das Projekt. Die Arbeitsgruppe stellt den Praxisbezug sicher und hilft mit, nützliche Hilfsmittel für die gesamte Branche zu erarbeiten.

»Was sind das für Hilfsmittel?

Wir werden in den nächsten Ausgaben der Fachzeitschrift «GEBÄUDEHÜLLE» in einer Artikelserie detaillierter auf die einzelnen Hilfsmittel eingehen, die bisher vorliegen. Es handelt sich dabei um eine Checkliste zur Anstellung von Teilzeitmitarbeitenden, einen Leitfaden zur korrekten Erfassung von Absenzen bei Teilzeitarbeit, einen Leitfaden zur beruflichen Vorsorge bei Teilzeitarbeit und einen Leitfaden zur Fachkräfterekrutierung. Die Hilfsmittel geben verständliche, praxisbezogene Tipps und vereinfachen den Arbeitgebenden den Umgang mit Teilzeitanstellungen.

»Teilzeitarbeit ist nicht das einzige Modell, um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu fördern. Welche Arbeitszeitmodelle gibt es diesbezüglich sonst noch?

Zu Beginn des Projekts wurde eine Branchenbefragung durchgeführt. Bei der Frage, welche Massnahmen zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben führen, waren sich Mitarbeitende wie Arbeitgebende erstaunlich einig. Die zwei meistgenannten Massnahmen auf beiden Seiten waren: mehr Flexibilität bei Arbeitsbeginn und ende – wenn beispielsweise jemand sein Kind in die Kita bringen und wieder von dort holen muss. Auch Teilzeitstellen unter 80 Prozent gehören zu den meistgenannten Punkten. Die Viereinhalb-Tagewoche fanden Unternehmen und Mitarbeitende ebenfalls ähnlich attraktiv und stiess auf grossen Anklang.

»Wie steht es aktuell um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben im Gebäudehüllen-Gewerbe?

Rund die Hälfte der Mitarbeitenden bewertete die persönliche Vereinbarkeit zum Zeitpunkt der Branchenbefragung als gut bis sehr gut, ein Drittel als genügend und ein Fünftel als ungenügend. Dabei war zu beobachten, dass Mitarbeitende ohne Betreuungsaufgaben zufriedener mit ihrer persönlichen Vereinbarkeit sind. Von den Mitarbeitenden, die Kinder oder Angehörige betreuen, bewertet ein Viertel die momentane Vereinbarkeit als ungenügend. Es besteht also noch Luft nach oben.

Mitglied werden.

Eine Mitgliedschaft bei Gebäudehülle Schweiz erleichtert Ihnen den Arbeitsalltag und verschafft Ihnen einen Informationsvorsprung am Markt.

© Gebäudehülle Schweiz