
Rückblick auf die «Journée Technique» in Genf
Am 26. März hat in Genf die Fachtagung «Journée Technique» von Gebäudehülle Schweiz stattgefunden. Es war ein Erfolg im Zeichen der Innovation.
Verband
Text: Jonas Maurer | Fotos: Gebäudehülle Schweiz
Am 26. März organisierte die Westschweizer Fachkommission von Gebäudehülle Schweiz ihre traditionelle Fachtagung, die «Journée Technique». Das ist ein Termin, der für Fachleute der Branche mittlerweile unverzichtbar geworden ist. Die in Zusammenarbeit mit der AGEB, dem Schweizerischen Verband für Fenster und Fassaden (FFF) und Swissolar organisierte Veranstaltung versammelte fast 300 Teilnehmende im Kongresszentrum Palexpo in Genf.
Ein Auftakt im Zeichen des Austauschs und der Normen
Bereits beim Ankommen bot sich ihnen ein passender Rahmen für den Austausch. Ein grosser Dank gebührt hier den 26 Sponsoren: Mit ihren Ständen und ihrem Engagement haben sie massgeblich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen. Den Auftakt machte Paul Bovier, Vizepräsident von Gebäudehülle Schweiz, der die Anwesenden herzlich begrüsste.
Gleich danach ging es direkt zum Kern der Sache: Blaise Sarrasin, Mitglied der Technischen Kommission und Gründer der EDCO BS SA, erläuterte die Anwendungsvereinbarung nach den Normen SIA 271 und SIA 272. Dieser fundierte Einstieg gab die Richtung für den weiteren Tag vor.
Das Programm blieb auch danach schwungvoll. In zügiger Abfolge wechselten sich Fachreferate mit den Beiträgen der insgesamt vierzehn Platin-Sponsoren ab. So erhielten die Gäste einen guten und praxisnahen Überblick über neue Lösungen und Innovationen auf dem Markt.
Finanzierung, Recht und Energiewende
Im Anschluss widmete sich Ali El Kacimi, Projektbeauftragter für die Energiewende bei der CRDE, einem hochaktuellen Thema. Sein Vortrag über Fördermittel und Beihilfen für Modernisierungen im Jahr 2026 gab einen guten Überblick über die geltenden Regeln und künftige Entwicklungen. Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Infos, die direkt in laufende und künftige Projekte einfliessen können.
Die Pause bot bei Kaffee und Gipfeli eine Gelegenheit, die Stände unserer Partner zu besuchen. Dieser gesellige Rahmen wurde rege genutzt, um Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
Danach übernahm Benoît Carron, Fachanwalt für Baurecht und Professor an der Universität Freiburg. Er erläuterte die Neuerungen im teils komplexen Bauvertragsrecht und zeigte anschaulich auf, was diese für die Fachleute in der Praxis konkret bedeuten. Die anschliessende Frage-Antwort-Runde verlief sehr interaktiv, was das grosse Interesse an diesen Themen unterstrich.
Beim gemeinsamen Mittagessen wurden die Gespräche in entspannter Atmosphäre vertieft und die Beziehungen untereinander weiter gestärkt.



Spitzentechnik: Solar und Abdichtung
Am Nachmittag referierte Hannes Meier, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Westschweiz/Wallis der Fensterinform GmbH. Er zeigte anhand konkreter Beispiele auf, worauf es bei kniffligen Ausführungsdetails ankommt. Seine praktischen Empfehlungen machten deutlich, wie entscheidend diese Punkte für die langfristige Qualität und Lebensdauer eines Bauwerks sind.
Yannick Sauter, Westschweiz-Koordinator von Swissolar, gab anschliessend einen Einblick in die aktuelle Entwicklung der Solarenergie. Er beleuchtete Markttrends und erklärte, welche Anpassungen in der Branche nötig sind. Dabei hob er die zentrale Rolle der Gebäudehülle für die Energiewende hervor und sprach offen über die damit verbundenen technischen Herausforderungen. Den Abschluss gestalteten Xavier Grand-jean und Fabien Prétôt vom Kompetenzzentrum Gebäudehülle Schweiz. Sie widmeten sich den Anschlüssen und Durchführungen bei Flach- und Schräg-dächern nach den Normen SIA 271 und SIA 232.1. Während Xavier Grandjean (Grandjean étanchéité & résine) den Fokus auf die Flachdach-Thematik legte, vertiefte Fabien Prétôt (Prétôt SA) die Aspekte rund um das Steildach. Beide zeigten praxisnah auf, wie diese wichtigen Schnittstellen normgerecht gelöst werden.
Brandschutz und Ausblick
Zum Abschluss der Fachvorträge gab Jean-Marc Zaugg, Spezialist der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF), einen Ausblick auf die neuen Brandschutzvorschriften für das Jahr 2026. Sein Beitrag half den Teilnehmenden, sich frühzeitig auf die kommenden Regeln einzustellen. Er sensibilisierte die Fachleute für die steigenden Sicherheitsanforderungen – ein Thema, das heute alle Gewerbe der Gebäudehülle gleichermassen betrifft. Zum Ende des Tages bedankte sich Dominique Genolet, Vizepräsident der AGEB, bei allen Anwesenden und betonte, wie komplex die Berufe rund um die Gebäudehülle geworden sind. Er stellte zudem eine neue Qualitäts-Charta mit zugehörigem Label vor. Dieses soll gute Arbeit sichtbar machen und durch regelmässige Baustellenkontrollen bei den AGEB-Mitgliedern die hohe Ausführungsqualität sicherstellen. Paul Bovier verabschiedete schliesslich alle Referenten, Sponsoren und Gäste. Er lud bereits jetzt zur nächsten Fachtagung ein, die am 27. April 2027 in Freiburg stattfinden wird. Der Tag klang beim gemeinsamen Apéro in entspannter Runde aus – ein gelungener Abschluss für einen ereignisreichen Tag voller Praxiswissen und kollegialem Austausch.
