
Der eigenen Linie treu bleiben
Im Editorial erklärt Andy Nussbaumer, Präsident der Technischen Kommission Flachdach, wie wichtig es ist, der eigenen Linie treu zu bleiben. Er betont, dass Fachkräfte durch aktives Mitdenken an Schnittstellen und konsequentes Qualitätsbewusstsein – bis hin zum mutigen Nein bei mangelhaften Lösungen – die eigene Fachakzeptanz stärken müssen.
Verband
Die Anforderungen an Flachdachsysteme sind durch die veränderte Nutzung von Dachflächen stark gestiegen. Für uns heisst das: aufmerksam arbeiten und genau hinschauen – bei eigenen Leistungen und bei Schnittstellen zu anderen Gewerken. Fachgerechte Planung und Ausführung werden erwartet. Doch wahre Qualität zeigt sich, wenn wir auch Schnittstellen verstehen und aktiv unterstützen. Bauleiter und Architekten sind darauf angewiesen, dass wir mitdenken. Seit Jahren diskutieren wir mit Herstellern und Verbänden über Details. Daraus entstehen Merkblätter, die Planer und Bauherren nutzen. Kein Planer kann alle Anforderungen kennen – unsere Mithilfe ist entscheidend. In Problemfällen sehe ich oft mangelnde Verantwortung auf beiden Seiten. Wenn jedoch eine Partei stark ist – ein kompetenter Unterneh-mer oder engagierter Bauleiter –, werden Anforderungen durchgesetzt. Ja, das be-deutet Mehraufwand, aber er lohnt sich. Kompromisse sind nicht immer der richtige Weg. Bei Abdichtungen müssen wir Qualität sichern. Wo das nicht möglich ist, braucht es klare Kompensation. Manchmal Nein zu sagen, stärkt das Selbstvertrauen und schafft Akzeptanz. Ein Nein hat Signalwirkung und verbessert die Ausgangs-lage. Wer mit einer Ausführung nicht einverstanden ist, sollte nicht nur Normen zitieren, sondern deren technische Begründung erklären. Mein Grundsatz: keine Garantieleistungen für Details, die ich schon vorher als falsch erkannt habe. Schnitt-stellen sauber zu lösen erfordert Mut, Ideen und abstraktes Denken. Vor allem aber eines: sich selbst treu bleiben und konsequent auf Qualität setzen.
Andy Nussbaumer, Präsident der Technischen Kommission Flachdach
