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Der Zusatz «Eco» bei Minergie: Die Kriterien für die Biodiversität

Der Zusatz «Eco» bei Minergie: Die Kriterien für die Biodiversität

Die naturnahe Umgebung, die tierfreundliche Gestaltung und der Bodenschutz haben im nachhaltigen Bauen eine grosse Bedeutung.

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Text: Silvia Gemperle

In der Ausgabe der Fachzeitschrift GEBÄUDEHÜLLE 7–8|25 haben wir über das kreislauffähige Bauen aus dem Zusatz «Eco» von Minergie berichtet. Dies ergänzen wir nun mit den Vorgaben zur Biodiversität. Eine Erneuerung oder ein Neubau mit dem Zusatz «Eco» verlangt Sorgfalt. Zusätzlich zu den Anforderungen der verschiedenen Minergie-Standards sind für die Bereiche Gesundheit und Ökologie Vorgaben in acht Themenfeldern zu beachten. Ein Themenfeld ist «Biodiversität und Wasserkreislauf». Das sind die Umgebungsgestaltung, die tierfreundliche Gestaltung und der Bodenschutz. Informationen zum Wasserkreislauf folgen in einer späteren Ausgabe.

Bestehende ökologische Werte sichern
Als Vorgabe gilt es, bestehende standorttypische Naturwerte auf dem Grundstück und in direkt angrenzenden Bereichen zu erfassen und die Umgebungsgestaltung darauf abzustimmen. Schutzwürdige oder wertvolle Objekte und Landschaftselemente bleiben erhalten. Das Ziel sind die Sicherung bestehender ökologischer Werte und Beibehaltung beziehungsweise Vergrösserung der Fläche naturnaher Lebensräume zur Förderung der biologischen Vielfalt. Zu erfassen sind Bäume, artenreiche Hecken, Ruderalflächen, Fliessgewässer, Teiche, Sickerungsanlagen, Pflanzen auf der schwarzen Liste und mehr. Die schwarze Liste beschreibt den Umgang mit Neophyten, die Schäden anrichten können.

Mit geeigneten Massnahmen wird die Umgebung naturnah und strukturreich gestaltet. Einige davon sind:
- Die erfassten Werte werden zu mindestens 80 Prozent erhalten oder gleichwertig ersetzt.
- Mindestens 80 Prozent der Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 80 Zentimetern werden erhalten.
- Naturnahe Flächen wie Ruderalflächen, Brachflächen sowie schwach bewachsene Flächen wie Kies-, Mergelplätze und ähnliche werden vergrössert oder neu geschaffen.

Stadtgrün Bern, Binding Preis für Biodiversität 2022. Foto: Stefanie Würsch

Tierfreundliche Gestaltung gewährleisten
Es gilt der Grundsatz: Gebäude sowie die Umgebung werden tierfreundlich gestaltet. Das bedeutet, Vogelkollisionen an Glas werden mit geeigneten Massnahmen minimiert, es bestehen weder unüberwindbare Barrieren noch Fallen für Kleintiere. Es wird eine ausreichende

Anzahl geeigneter Nisthilfen für heimische Vogel-, Fledermaus- oder Insekten-arten eingerichtet. Den Planenden steht eine Checkliste mit Problemstellung und möglichen Massnahmen zur Verfügung. Eine praxisnahe Massnahme ist, Hecken statt Zäune und Mauern zu erstellen.

Auch der Boden muss geschützt werden
Für die Liegenschaft wird ein Konzept für den Schutz des Bodens während der Bauphase erarbeitet und vollständig umgesetzt. Für verschiedene Themen sind Massnahmen einzuschätzen. Einige davon sind:
- Absperrung von Flächen, welche nicht genutzt oder befahren werden dürfen, inklusive Baumschutz.
- Umgang mit Bodenabtrag und Lagerung von Oberboden und Wiedereinbau von Boden.
- Vermeidung von Erosion und Sedimentation.

Natur findet Stadt, Naturama Aargau, Binding Preis für Biodiversität 2021. Foto: Stefanie Würsch


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