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Fünf Wochen Japan: Ein Beitrag der Firma Bühler zur Expo 2025 in Osaka

Fünf Wochen Japan: Ein Beitrag der Firma Bühler zur Expo 2025 in Osaka

Eine Baustelle auf einem anderen Kontinent, das ist Höchstleistung an Vorbereitung, Organisation und Erstellung.

Technik

Text: Marcel Bühler | Fotos: David Bissegger, kpm3 ag

Als die Bühler Bedachungen und Bauspenglerei AG aus Romanshorn im Frühling 2024 vom Aussendienstmitarbeiter von Contec angefragt wurden, ob sie sich vorstellen könnte, ein Projekt in Japan zu realisieren, war das Interesse sofort geweckt. Nicht nur wegen des ungewöhnlichen Standorts – Osaka, Expo 2025 –, sondern auch wegen der technischen Herausforderung: Sieben zylinderförmige Baukörper mit einer Gesamtfläche von 1004 Quadratmetern sowie ein grosser Zwischendachbereich «Back of House» mit weiteren 1014 Quadratmetern Fläche sollten mit einem hochwertigen Warmdachsystem ausgestattet werden. Alles temporär – für nur ein Jahr Standzeit –, danach sollte der Rückbau erfolgen. Was einfach klingt, war ein Projekt, das eine präzise Planung, internationale Logistik, sprachliche Offenheit und handwerkliche Spitzenleistung erforderte. Es war schnell klar: Hier ging es um weit mehr als nur Abdichtungsarbeiten.

Planung bis ins letzte Detail
Da das gesamte Material per Schiff nach Japan transportiert wurde – mit einer Reisedauer von rund zwei Monaten –, war eine akribische Vorbereitung unumgänglich. Was einmal verpackt und

auf die Reise geschickt wurde, musste vollständig und korrekt sein. Nachträgliche Lieferungen waren so gut wie ausgeschlossen. Gemeinsam mit Contec, einem langjährigen Partner, begann man mit der Planung: Stücklisten wurden erstellt, Material ausgewählt, jedes Werkzeug und jede Kleinigkeit – bis hin zur letzten Schraube – bedacht. Ein grosser Vorteil: Dank der vorhandenen CAD-Daten des Holzbaus liessen sich die Abdichtungsbahnen bereits in der Schweiz massgenau erstellen. Das sparte vor Ort nicht nur Zeit, sondern erhöhte auch die Präzision enorm. Besonders bei den 167 Pfosteneinfassungen – davon 57 mit individueller Form – zahlte sich diese Vorbereitung aus. Auch die komplexen Blechanschlüsse an Fensterfronten und Tragbalken liessen sich durch vorgängige Abstimmung mit den Planern exakt herstellen und in Japan einbauen.

Ein ausserordentliches Erlebnis: Das Projekt für die Expo 2025 in Osaka in Japan, verantwortet von Projekt Manager David Bissegger vom Architekturbüro kpm3 ag.

Ein starkes Team für ein starkes Projekt
Für die Montage vor Ort stellte die Bühler Bedachungen und Bauspenglerei AG ein kleines, aber erfahrenes Kernteam zusammen: Lukas Bühler, Spenglerpolier, und Michael Brändle, Objektleiter Flachdach, übernahmen die technische Leitung sowie die Organisation und Koordination auf der Baustelle.
Beide erklärten sich bereit, für fünf Wochen nach Osaka zu reisen – mit der Aufgabe, nicht nur die Abdichtungsarbeiten auszuführen, sondern auch ein Team internationaler Hilfskräfte zu führen. Unterstützt wurden sie dabei vor allem von südafrikanischen Arbeitern. Die Sprachbarrieren waren zu Beginn eine Herausforderung – doch mit Geduld, Empathie und Offenheit wuchs schnell ein funktionierendes Miteinander. Aus einer Baustellengemeinschaft entstand ein starkes Team, das sich gegenseitig unterstützte und gemeinsam Lösungen fand.

Kultur, Kommunikation, Klebeband
Natürlich lief nicht alles reibungslos. Als eine Kleberolle ausging, musste improvisiert werden. Der Weg in den japanischen Baumarkt war geprägt von Verständigungsversuchen, Übersetzungs-Apps und viel Geduld. Die Materialbeschriftung, Verpackungseinheiten und Verfügbarkeiten unterschieden sich deutlich von dem, was wir aus Europa gewohnt sind. Dennoch – mit Einsatzwillen und Unterstützung vor Ort konnten alle Hürden gemeistert werden.
Die Arbeitsweise in Japan war in vielen Punkten anders als in der Schweiz – strukturierter, disziplinierter, manchmal auch zurückhaltender. Doch genau das machte den Austausch so spannend. Man lernte voneinander, passte sich an und fand gemeinsam einen Weg, effizient und präzise zu arbeiten.

Ein Projekt mit Wirkung
Der Baufortschritt entsprach weitgehend dem Zeitplan. Als man am Ende der fünf Wochen wieder abreiste, war der untere Teil des Gebäudes vom Stahlbauer noch nicht vollständig fertiggestellt – schade, dass sich das finale Resultat nicht vor Ort erleben liess.
Dennoch blieb man mit dem Bauleiter in Kontakt, der uns regelmässig Updates und Fotos schickte. So erfuhr man auch von kleinen Nachjustierungen und lieferte kurze Zeit später sogar nochmals express gefertigte Fensterabdeckungen mit insgesamt 1400 Metern Länge per Luftfracht nach.

«Wir sind stolz, einen Teil zur Expo 2025 in Osaka beigetragen zu haben. Und wir sind dankbar für die Begegnungen, Erfahrungen und Erkenntnisse, die wir mitnehmen durften.
Diese fünf Wochen Japan haben Spuren hinterlassen – beruflich wie menschlich.»

Marcel Bühler
Mitglied der Geschäftsleitung (Fassade), Bühler Bedachungen und Bauspenglerei AG
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