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Das Elend des Probierens

Das Elend des Probierens

Ist «Ich probiere es mal» die Ankündigung, sich an etwas heranzuwagen? Oder ist es viel eher eine Vorab-Ausrede? Beat Brülhart geht diesem Ausspruch auf den Grund.

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Endlich hat er kapiert, was zu tun ist, um seine Situation zu verbessern. Doch dann kam der Hammer: «Ich probiere es mal», sagte er. Fertig, aus, Amen. Alles für die Katz. Warum? Ganz einfach: Wer etwas probiert oder versucht, fängt vielleicht an, bringt es aber kaum zu Ende. Angenommen, Sie werden zu einer Geburtstagsfeier eingeladen und sagen: «Ich probiere zu kommen.» Haben Sie wirklich die Absicht hinzugehen? Werden Sie dort erscheinen? Wohl kaum. «Ich versuche zu kommen» bedeutet doch «Eigentlich will ich gar nicht teilnehmen». Das zu sagen, braucht Mut. Da ist es doch viel einfacher zu sagen, «Ich probiere zu kommen», um hinterher des Langen und Breiten zu erklären, dass man es versucht hat, aber dass leider «etwas dazwischengekommen» ist.
«Probieren» ist doch eigentlich nichts anderes als eine Zum-vorn-herein-Ausrede. Probieren eröffnet immer einen Ausweg. «Ich tue es» ist verbindlich, ist Verpflichtung. Das geht beim Probieren viel einfacher. Weil ja immer das Hintertürchen offen ist «Ich habe es versucht, aber es ging halt nicht». Ich gebe gerne zu: passen tut’s schon. Es passt sehr gut zu einer Gesellschaft, wo Beliebigkeit und Unverbindlichkeit zunehmend mit Freiheit verwechselt werden.
Ich denke, wir sollten aufhören, zu probieren und zu versuchen. Entweder wir tun etwas – oder wir lassen es sein. Versuchen Sie jetzt bitte, Ihren Namen auf ein Blatt Papier zu schreiben. Nein, nein, ich habe nicht gesagt, Sie sollen den Namen schreiben, Sie sollen es nur probieren. Natürlich geht das nicht. Entweder Sie schreiben Ihren Namen hin, oder Sie lassen es, dazwischen gibt es nichts. Und das ist nicht nur mit dem Schreiben so …

Beat Brülhart

«Wir sollten aufhören, zu probieren und zu versuchen. Entweder wir tun etwas – oder wir lassen es sein.»

Beat Brülhart
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