
Mit Minergie-Betrieb bleibt keine Kilowattstunde ungenutzt
Minergie hat im Mai ein neues Zertifikat lanciert, welches die Effizienz im laufenden Betrieb sicherstellt und für die Gebäudehülle besonders relevant ist.
Energiezukunft
Text: Silvia Gemperle | Foto: Minergie
Ein Minergie-Gebäude ist so konzipiert, dass es im Betrieb nur minimal Energie verbraucht und keine CO2-Emissionen verursacht. Allerdings können fehlerhafte Einstellungen, wie zum Beispiel zu hoch eingestellte Heizkurven, Heizen im Sommer oder nur teils funktionierende Photovoltaik-Anlagen, dieses Potenzial erheblich beeinträchtigen. Eine Herausforderung, die auch Minergie-zertifizierte Gebäude betrifft. Der bekannte Minergie-Baustandard garantiert die bauliche Qualität des Gebäudes bis und mit Inbetriebnahme. Um danach, also im laufenden Betrieb, fehlerhafte oder ineffiziente Einstellungen zu vermeiden, lanciert Minergie das neue Zertifikat «Minergie-Betrieb». Das schreibt die Minergie-Geschäftsstelle in ihrer Medienmitteilung.
Das ist Minergie-Betrieb
Das neue Zertifikat Minergie-Betrieb schlägt die Brücke zwischen Planung, Bau und Betrieb. Es prüft die Einstellung der Gebäudetechnik und den damit verbundenen Energieverbrauch anhand von automatisch erfassten Energiedaten. Das Potenzial der Energieeffizienz wird im laufenden Betrieb gewährleistet. Durchschnittlich kann eine Energieeinsparung von 15 Prozent erreicht werden, bei einzelnen Gebäuden ist deutlich mehr möglich.
Ein Zertifikat (auch) für die Gebäudehülle
Das mag anfangs seltsam klingen. Doch der effektive Nutzen der vorbildlichen Gebäudehüllen bei Gebäudeerneuerungen und Neubauten ist gemessen am Energieverbrauch nur mit einem Monitoring der Energieverbrauchsdaten möglich. Genau das bietet nun das neue Zertifikat Minergie-Betrieb. Die vorbildliche Gebäudehülle zeichnet sich aus durch hoch wärmegedämmte opake Bauteile, Fenster mit tiefen U-Werten, optimierte Flächen und günstige Orientierungen sowie einen wirksamen Sonnenschutz. Massgeblich ist der Betrieb im Winter wie auch im Sommer. Zu viel kann im Betrieb schieflaufen: Zu hohe Temperaturen in Räumen, im Energiespeicher, bei der Wärmeverteilung und der Wärmeabgabe, unkoordinierte Laufzeiten der Wärmeerzeugung, falsch bedienter Sonnenschutz (im Winter wie im Sommer), zu hohe Luftmengen bei Lüftungen und ein hoher Warmwasserverbrauch sind einige Beispiele.
