
Weniger Emissionen
Pilotprojekte wie Sikas Rücknahme von FPO-Dachabdichtungen fördern ein Umdenken in der Baubranche hin zu Kreislaufwirtschaft und CO2-Neutralität.
Aus der Praxis
Produkt
Fotos: Sika
Recyclingstoffe statt Primärmaterialien einsetzen: So könnte in der Bauwirtschaft idealtypisch der Weg in eine Kreislaufwirtschaft aussehen. Eine Wiederverwertung von Baustoffen senkt die Emissionen von Treibhausgasen und trägt somit dazu bei, Klimaschutzziele besser zu erfüllen. Bei Sika hat das Thema Nachhaltigkeit hohe Priorität. Dabei werden Forschung und Entwicklung immer stärker auf nachhaltige Lösungen und Produkte ausgerichtet, für deren Herstellung neuartige und recyclingfähige Rohmaterialien eingesetzt werden. Die Palette an Produkttechnologien wird laufend ergänzt; dabei sollen der Ressourcenverbrauch optimiert und Abfälle vermieden werden. Christoph Fäh, Corporate Technology Head Thermoplastic Systems Sika Technology AG, ist überzeugt: «Im Bauwesen bietet die Kreislaufwirtschaft ein enormes Potenzial, Emissionen durch Wiederverwertung von Baustoffen und Rückbauaktivitäten zu reduzieren.» Die Ambitionen von Sika mit Blick auf die eigene Netto-Null-Strategie sowie im Sinne einer Kreislaufwirtschaft sind hoch. Dafür geht der Konzern konkrete Schritte und investiert entsprechend in Ressourcen und neue Prozesse.

Pilotprojekt als Vorbild
Mit einem Pilotprojekt zur Rücknahme von FPO-Dachabdichtungen und der Reintegration von Recyclingmaterial in neue Produkte fördert Sika die Reduktion von CO2-Emissionen. Gleichzeitig stösst das Unternehmen so die Weiterentwicklung zu einer Kreislaufwirtschaft an und unterstützt Geschäftspartner und Kunden in ihren Bestrebungen, Ziele zu mehr Nachhaltigkeit zu erreichen. Anfang 2023 lancierte Sika mit den Pilotfirmen Sika Schweiz und Sika Österreich eine Initiative zur Rücknahme von FPO-Dachabdichtungen von Sika für Post-Consumer-Recyclingzwecke. Etliche Tonnen rückgebaute Dachabdichtungen aus der Schweiz und Österreich konnten seither eingesammelt werden. Aus diesen Dachabdichtungen wird in einem Recyclingverfahren Granulat hergestellt. Das Granulat wird am Sika-Standort Sarnen weiterverarbeitet und in die Rückseite von neuen Dachabdichtungen des gleichen Typs integriert. Heinz Meier, Corporate Product Engineer Roofing bei Sika, sagt zum Stand des Projekts: «Aktuell können wir Kunststoff-Dachabdichtungsbahnen aus FPO-Material der Marken Sika Sarnafil und SikaRoof AT zurücknehmen und diese sukzessive wiederverwerten. Unser Aufruf an verarbeitende Unternehmen, Bauherren, Planer und Architekten für die Unterstützung zur Rücknahme von Material aus dem Rückbau von Dachabdichtungen war ein voller Erfolg.»
Erfolgreiche Rücknahme und Wiederverwertung von FPO-Dachabdichtungen
Seit dem Start der Rücknahme von Sika-FPO-Dachabdichtungen wurden mit dem aus der Wiederaufbereitung gewonnenen Granulat bereits mehrere Tausend Quadratmeter Kunststoffabdichtung Sika Sarnafil TG 66 mit 10 Prozent Rezyklat-Anteil in der Unterseite der Dachbahn gefertigt und für den Markt freigegeben. «Dies zeigt die Praxistauglichkeit der Initiativen zur Kreislaufwirtschaft von Sika. Und natürlich wurden die Erstanwendungen der Dachabdichtungen mit Rezyklat auch entsprechend registriert und begleitet», sagt Roland Schweizer, Geschäftsbereichsleiter Dachsysteme bei Sika Schweiz AG.

