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Die Sinnstifter

Die Sinnstifter

Jeder Mensch bestimmt selbst, was sinnvoll für ihn ist. Entscheidend ist die Freude an der Tätigkeit und der Sinn, der daraus geschöpft wird.

Verband

«Sense Making» gilt als neue Aufgabe der Führung. Unternehmen als Sinnproduzenten auf der Suche nach Abnehmern. Der eigentliche Unternehmenszweck – Werte schaffen für Kunden, Mitarbeitende, Shareholder und Umfeld – macht offenbar zu wenig Sinn, um noch sinnvoll zu sein. Da muss schon Gröberes her. Klimarettung und Rettung der Welt sind das Mindeste. Unterhalb dieser Messlatte können höchstens noch Gesundheit, Ökologie und Gemeinwohl ein wenig mithalten. Aber: Was ist mit Zugbegleiterinnen, Hauswarten, Finanzberaterinnen, Gerüstbauern, Textern für Alkoholwerbung, Steuerbeamtinnen und Kehrichtentsorgern? Ist deren Tätigkeit sinnlos? Sinn kommt bekanntlich aus dem Althochdeutschen. Dort meint «Sinnan» den Weg auf etwas zu. Wenn also Arbeit definitionsgemäss immer Tätigkeit in Bezug auf andere und damit für andere und ein Beitrag zu deren Wohlergehen ist, gibt es keine sinnlose Arbeit. Dann ist auch Prostitution sinnvoll, ebenso wie Toilettenreinigung und Kremation.

All die Sinnkampagnen werden grandios scheitern. Ob ein Beruf eine sinnstiftende Tätigkeit ist, entscheidet nämlich einzig und allein das Individuum. Für die einen ist es Geld, für andere der Teamgeist, wieder für andere die Freude an der Arbeit oder die Aussicht auf Teilzeit. Sinn ist so mannigfaltig wie die Mitarbeitenden und kann weder gestiftet, vermittelt noch gefordert werden.

Sigmund Freud war der Auffassung, dass Menschen, die nach dem Sinn fragen, verrückt sind. Ich halte es lieber mit Hermann Hesse, der meinte: «Frag nicht nach dem Sinn des Lebens, gib ihm einen.»

Beat Brülhart

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