
Zwischen Handwerkstradition und Energiezukunft
Im Editorial schreibt Roberto Guarino über das Spengler-Handwerk, das sich gewandelt hat. Und doch geht nichts ohne die meisterhafte Hand des Spenglers und sein Wissen.
Verband
Das Jahr 2026 zeigt es überdeutlich: Die Gebäudehülle ist längst keine passive Schutzhülle mehr, sondern das aktive Kraftwerk und Herzstück eines jeden nachhaltigen Bauwerks. Wo früher im Spenglerhandwerk rein funktionale Blechprofile, Rinnen und Einfassungen im Vordergrund standen, treffen heute präzises Metalldesign und smarte Energietechnologien aufeinander.
Die Schweizer Energiestrategie und strengere kantonale Vorschriften haben die Anforderungen an Dächer und Fassaden verändert. Mittendrin steht eine Branche, die Tradition mit Hightech verknüpft – wie kaum eine andere. Der moderne Spengler ist längst zum Systemintegrator avanciert. Die Zeiten, in denen Solaranlagen einfach auf bestehende Dächer verbaut wurden, sind vorbei. Gefragt ist die gebäudeintegrierte Photovoltaik. Hier verschmelzen Metall und Solarelemente zu einer optischen und funktionalen Einheit: Letztere werden passgenau in die Spenglerarbeiten integriert – regendicht, sturmsicher und architektonisch auf höchstem Niveau.
Gleichzeitig fordern die spürbaren Klimaveränderungen mit Starkregen und Hagelzügen innovative Entwässerungskonzepte und robuste, hinterlüftete Metallfassaden. Schweizer Betriebe meistern dies mit modernster digitaler Planung: Drohnenvermessung und «Building Information Modeling» (BIM) gehören 2026 zum Alltag, um komplexe Bauteile exakt vorzufertigen. Das Handwerk hat sich gewandelt, doch der Kern bleibt: Ohne die meisterhafte Hand des Spenglers und sein Wissen um Material und Witterung bleibt jede Gebäudehülle unvollständig. Packen wir die Zukunft an – wetterfest und mit echtem Handwerksstolz.
Roberto Guarino, Präsident TK Spengler Gebäudehülle Schweiz
