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Lokaler Solarstromaus der Nachbarschaft

Lokaler Solarstromaus der Nachbarschaft

Modelle wie ZEV, vZEV und LEG fördern die lokale Stromnutzung und optimieren die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen.

Energiezukunft

Text und Fotos: Swissolar

Die Schweiz baut Photovoltaik derzeit stark aus – auf Dächern, Fassaden und zunehmend auch gebäudeintegriert. Gleichzeitig stehen viele Betreiberinnen und Betreiber vor derselben Frage: Was passiert mit dem produzierten Strom, wenn er nicht direkt im Gebäude verbraucht wird? Genau hier setzen Modelle wie beispielsweise der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), der virtuelle ZEV (vZEV) oder die lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) an.

Wachsende Bedeutung
Sie ermöglichen, Solarstrom lokal zu nutzen und wirtschaftlicher zu verteilen – innerhalb eines Gebäudes, eines Areals oder sogar einer Gemeinde. Wie relevant diese Entwicklung inzwischen geworden ist, zeigte kürzlich auch die Sendung «Kassensturz» in ihrem Beitrag «Strom aus dem Quartier: Solarenergie vom Nachbarn». Darin wird deutlich: Mit dem starken Ausbau der Photovoltaik gewinnen lokale Strommodelle zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel aus dem Beitrag ist die Gemeinde Escholzmatt-Marbach. Gemeinderätin Jeannette Riedweg erklärt, dass die gemeindeeigene Solaranlage bereits mehrere Gebäude versorgt. Dennoch bleibt überschüssiger Strom übrig, der ins Netz eingespeist werden muss – oft zu tiefen Vergütungen. Da gleichzeitig die Sportbahnen vor Ort einen hohen Strombedarf haben, steht die Gemeinde kurz vor der Gründung einer Elektrizitätsgemeinschaft (LEG). Die Sportbahnen können dadurch lokal produzierten Strom günstiger beziehen, während die Gemeinde höhere Einnahmen erzielt und ihre Anlage schneller amortisieren kann. Gerade bei grossen Photovoltaik-Flächen oder gebäudeintegrierten Anlagen eröffnet dies neue Perspektiven: Nicht nur der Eigenverbrauch innerhalb eines Gebäudes wird relevant, sondern auch die lokale Verteilung im Umfeld.
Mit dem Ausbau der Solarenergie verändert sich auch das Stromsystem. Bei immer mehr Solaranlagen sind enormeInvestitionen in den Netzausbau nötig, wenn sämtlicher Strom zentral eingespeist werden muss. Lokale Strommodelle können helfen, diese Belastung zu reduzieren. Strom wird dort genutzt, wo er produziert wird – was Netze entlastet und die lokale Wertschöpfung stärkt. Besonders profitieren können Solarstrom-Produzenten: Während Einspeisetarife gerade in sonnigen Zeiten teilweise stark sin-ken, lassen sich über ZEV, vZEV oder LEG oft bessere wirtschaftliche Lösungen realisieren.


Für Planende und Gebäudehülle-Spezialisten und -Spezialistinnen wird dies zunehmend relevant. Denn unabhängig davon, ob eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, an der Fassade oder als BIPV-Lösung umgesetzt wird: Entscheidend ist künftig nicht nur die Produktion, sondern auch die intelligente Nutzung und Verteilung des Stroms.

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