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Seelenfutter: Vom Geldverdienen

Seelenfutter: Vom Geldverdienen

Heutzutage kommt verdienen oft vor dienen. Beat Brülhart hat genug von der Servicewüste und schickt sie kurzerhand in die Wüste.

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Geldverdienen ist nichts Anrüchiges. Zuerst kommt aber der Dienst, dann der Verdienst. Das scheinen viele zu vergessen. Statt Geld zu verdienen, geht es um Profit auf Teufel komm raus. Das entstammt dem «ökonomischen Gesetz», mit möglichst wenig Aufwand ein möglichst hohes Resultat zu erzielen. Ein durchaus sinnvoller Gedanke. In der Produktion führt er zu einem sorgsamen Umgang mit Energie und Ressourcen. Sobald er aber in anderen Bereichen angewandt wird, wird er pervers und sozial schädlich. Für möglichst wenig eigene Leistung soll ein möglichst hoher Preis erzielt werden. Verdienen, ohne zu dienen. Das ökonomische Wunder. So gibt es viele Unternehmen, die mit nichts anderem beschäftigt sind als mit Profitmaximierung. Und das, wofür sie eigentlich da sind – Dienst am Kunden –, wird zum notwendigen Übel. Der Mittelpunkt Kunde wird Mittel. Punkt. Banken bauen ständig Dienste ab und erhöhen die Gebühren. Dienstleister schliessen Filialen, obwohl sie gute Gewinne erzielen. Grossverteiler haben die Kunden längst zum Nulltarif-Mitarbeiter gemacht. Alles muss er selber tun: Fränkli hervorkramen, Wägelchen nehmen, abpacken, wiegen, Etiketten aufkleben, Wägelchen entladen, Ware einpacken, Wägelchen schön brav wieder am vorgesehenen Ort parkieren. Dienstleistung null Komma null. Ist es möglich, dass wir uns bereits an diese Servicewüste gewöhnt haben? Wie sonst ist es zu erklären, dass Unzählige im Supermarkt Schlange stehen, während mehr als die Hälfte der Kassen nicht besetzt ist. Wie sonst ist es erklärbar, dass Kunden es sich gefallen lassen, sich am Servicetelefon ewiges Gedudel anzuhören und eine Computerstimme, die immer wieder wiederholt, dass momentan alle Linien besetzt sind. Sind wir wirklich bereits so abgestumpft, dass wir das mit uns machen lassen?
Ich denke, es ist Zeit, die Dienstleistungswüste in die Wüste zu schicken. Indem wir uns echten Dienstleistern – die gibt es noch – zuwenden und die andern links liegen lassen. Selbst dann, wenn es ein paar Rappen mehr kostet.

Ihr Beat Brülhart

«Der Mittelpunkt Kunde wird Mittel. Punkt.»

Beat Brülhart
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