
Abstimmung über «Abschaffung Eigenmietwert»
Am 28. September entscheidet die Schweiz über die Abschaffung des Eigenmietwerts. Gebäudehülle Schweiz bezieht klar Stellung.
Energiezukunft
Text: Isabel Morollón | Fotos: zVg

«Für das Erreichen der Klima- und Energieziele braucht es jeden verfügbaren Impuls. Eine ambitionierte Modernisierung des Gebäudeparks gelingt nur, wenn die richtigen Anreize für energetische Erneuerungen gesetzt werden. Die Vorlage verfehlt dieses Ziel – sie erschwert Investitionen und schwächt die notwendige Dynamik in der Bauwirtschaft.»
Cristina Schaffner, Direktorin Dachverband Bauenschweiz

«Ist die Abschaffung des Eigenmietwerts wirklich eine Verbesserung für die Liegenschaftenbesitzer? Meiner Meinung nach nein. Neu wären die Modernisierungsarbeiten rund um das Haus nicht mehr abzugsberechtigt, was die Energiestrategie des Bundes lahmlegen würde.»
Arthur Müggler, Präsident Zentralvorstand Gebäudehülle Schweiz

«Um die vom Bund definierten und von der schweizerischen Bevölkerung bestätigten Ziele der Energiestrategie erreichen zu können, ist ein zügige Sanierung des Gebäudeparks unabdingbar.»
André Schreyer, Geschäftsführer

«Mir sind die Klima- und Energieziele wichtig. Für genau diese sind Anreize für Gebäudeerneuerungen ein entscheidendes Puzzleteil.»
Silvia Gemperle, Leiterin Energiestrategie

«Junge Eigenheimbesitzer investieren vermehrt in den Unterhalt, was steuerlich begünstigt und dadurch lukrativer als der fiktive Eigenmietwert ist.»
Andreas Meyer, Geschäftsführer der Emil Landsrath AG
Die Schweizer Stimmbevölkerung entscheidet am 28. September über einen Systemwechsel im Steuerrecht. Der Eigenmietwert für Wohneigentum soll abgeschafft werden, das heisst wer Wohneigentum besitzt, soll kein fiktives Mieteinkommen mehr versteuern müssen. Gleichzeitig würden jedoch die Abzüge für Schuldzinsen, Unterhaltskosten sowie klimafreundliche Investitionen gestrichen. So hat es im Parlament eine Mitte-Rechts-Allianz beschlossen.
Was bedeutet das für die Klimastrategie des Bundes?
Wirtschaftliche Verbände und bürgerliche Politiker formieren nun ein Komitee gegen die geplanten Steuerreformen. Dabei positionieren sie sich gegen das Ja-Lager der Wirtschaft rund um den Schweizerischen Gewerbeverband. Besonders viel Kritik kommt aus der Romandie.
Kampagnenstart der Nein-Allianz
Zur Nein-Allianz gehören unter anderem auch Bauenschweiz, der Dachverband der Schweizer Bauwirtschaft, sowie der in der Romandie einflussreiche Wirtschaftsverband Centre Patronal. Die Allianz «Gewerbe-Allianz Sanierungsstopp-Nein» geht nächste Woche schweizweit online, der Kampagnenstart erfolgt im August.
Gewerbe-Allianz «NEIN zum Sanierungs-Stopp!»
https://sanierungsstopp-nein.ch

