
Photovoltaik im Dachziegelformat
Neues Solarmodul der Zürcher Ziegeleien integriert sich perfekt ins Ziegeldach und bietet einfache Montage und hohe Effizienz.
Aus der Praxis
Objekt
Fotos: Zürcher Ziegeleien
Das neue Solarmodul der Zürcher Ziegeleien deckt die Fläche von genau vier Zehner-Ziegeln ab und wird wie diese auf der üblichen Lattung und mit den gängigen Befestigungsmitteln verlegt. Die perfekte Integration ins Ziegeldach und die einfache Montage stellen eine überzeugende Weiterentwicklung im Bereich der Photovoltaik-Anlagen dar. Das auf einem Doppelmehrfamilienhaus in St. Gallen installierte Indachsystem fällt erst bei genauem Hinsehen auf, weil es optisch fast mit der Ziegeleindeckung verschmilzt. Was so unscheinbar wirkt, ist aber eine hocheffiziente und unschlagbar leicht zu verlegende Photovoltaik-Anlage.


Hohe Leistung gewünscht
Die Gebäudehülle des im Jahr 1910 auf zwei benachbarten Parzellen errichteten Doppelmehrfamilienhauses wird derzeit modernisiert. Zudem werden die zwei bestehenden Dachwohnungen um eine dritte ergänzt. Der Dachaufbau wurde im Zuge der energetischen Modernisierung des Dachs bereits komplett ersetzt und bis auf die Sparren zurückgebaut. Dies erlaubte es auch, die für die neue Wohnung notwendigen Anpassungen am Dachstock vorzunehmen. Auf dem nunmehr mit Holzfaserdämmplatten und Zellulosefasern gedämmten Dach findet sich der klassische Aufbau mit Unterdachbahn, Konter- und Ziegellattung sowie der Ziegeleindeckung beziehungsweise eben den Unitas-Modulen, die das Dach zum Kraftwerk machen. Der Bauherrschaft war es sehr wichtig, mit der Photovoltaik-Anlage einen möglichst hohen Stromertrag zu generieren, auch wenn keine Wärmepumpe zu speisen ist, da das Haus über eine Pelletheizung verfügt. Tagsüber sollen neben dem Eigenbedarf auch weitere Bedürfnisse abgedeckt werden. Dabei ist an die Warmwasseraufbereitung gedacht worden, aber auch an eine Reserve für derzeit noch nicht bekannte Bedürfnisse. Die Lage auf dem Strommarkt ist momentan ohnehin stark im Fluss; gerade auch bezüglich der Einbindung der Elektromobilität und einer damit möglichen Speicherung des tagsüber anfallenden Stromüberschusses sind weitere Entwicklungen absehbar. Daher werden auf beiden Hauptgiebeln auf den Nordost- und Südwestseiten total 270 Unitas-Module mit einer Gesamtfläche von 105 Quadratmetern und einer Leistung von beachtlichen 20,25 Kilowatt-Peak installiert.
Dass es sich bei der Photovoltaik-Anlage im Rahmen der Dacherneuerung um ein Indachsystem handeln würde, war von Beginn weg klar. Allerdings konnte sich der Architekt aus optischen Gründen mit den dabei notwendigen Blechanschlüssen nicht ganz anfreunden. Die ihm zugegangenen Informationen zum neuen Unitas-Modul stiessen daher auf sein Interesse und er leitete diese umgehend an den Dachdecker weiter. Dieser wiederum griff den Vorschlag gerne auf, weil er seit Jahren mit Produkten der Zürcher Ziegeleien arbeitet. Der Entscheid für das zu verwendende Solarmodul war damit bald gefällt, zumal das Sortiment auch farblich passende Ziegel bietet und neben den ästhetischen noch weitere Gründe für die Unitas-Module sprachen. Denn diese entsprechen in ihren Abmessungen genau vier Zehner-Ziegeln, übernehmen sämtliche Funktionen der Ziegel und lassen sich wie diese verlegen. Sie werden ganz einfach auf die normale Dachlattung gelegt und mit den gleichen Klammern wie die Ziegel gesichert. Die Module weisen zudem dieselben Seitenfalze auf wie die Zehner-Ziegel und lassen sich so mit diesen ohne jedes weitere Element wasserdicht verbinden. Dies alles macht eine sehr schnelle und einfache Montage möglich.

Dachdecker loben die einfache Montage
Die Auslegung der Photovoltaik-Anlage hängt stark vom verwendeten Wechselrichter, von möglichen Verschattungseffekten und natürlich von der Dachgeometrie ab. Im vorliegenden Fall ergab sich eine optimale Anordnung von total 270 Unitas-Modulen in sechs Strings, in denen bis zu 46 Module mit je 75 Watt-Peak zusammengeschaltet sind. Zugunsten einer möglichst hohen Auslastung des Wechselrichters liessen sich sogar bis zu 63 Module in Serie schalten. Wesentlich ist dabei auch die Hinterlüftung, weil Solarmodule bei tiefen Temperaturen leistungsfähiger sind. Auch hier zahlt sich die Idee aus, das Modul wie einen Ziegel zu gestalten. Dank seines flachen Aufbaus funktioniert die Hinterlüftung von selbst im Bereich der Konter- und Dachlattung, wobei der Einbau eines Firstentlüftungsprofils diesen Effekt selbstverständlich massgebend unterstützt. Alle diese Vorteile des Unitas liegen auf der Hand, doch letztlich entscheidet es sich immer in der Praxis, ob ein Produkt tauglich ist oder nicht. Diesen abschliessenden Test scheint das Unitas-Modul aber mit Bravour bestanden zu haben: Die vor Ort befragten Dachdecker zeigten sich jedenfalls in jeder Hinsicht zufrieden mit dem neuen Solarmodul. Es sei sehr handlich und einfach zu montieren, wobei sie besonders den Umstand hervorhoben, dass dieselben üblichen und bekannten Befestigungsmittel zur Anwendung gelangten wie bei den Ziegeln. Die Kabel der Module müssten nur noch mit einem Klick miteinander verbunden und auf die Lattung gelegt werden. Der Unitas dürfte gerade auch wegen seines ausgesprochen einfachen Handlings bald weitherum auf Interesse stossen.

«Mit Unitas haben wir ein PhotovoltaikModul geschaffen, das sich optisch perfekt in die Ziegelfläche einfügt, eine hohe Quadratmeterleistung hat und zudem unglaublich einfach zu installieren ist.»
Stefan Ringbeck, Leiter Produktmanagement Photovoltaik
