Gebäudehülle Schweiz

    Beiträge:

    Kategorien:

Energieberater: «Zeitweise ging ich gemeinsam mit unseren Lernenden in die Schule»

Energieberater: «Zeitweise ging ich gemeinsam mit unseren Lernenden in die Schule»

Claude Mauron führt in Fribourg den Familienbetrieb Robert Mauron SA in der dritten Generation. Tradition und Innovation prägen das Unternehmen.

Energiezukunft

Text und Interview: Michael Staub | Fotos: Michael Staub

Claude Mauron führt seinen Familienbetrieb in Fribourg in der dritten Generation. Nach einer soliden betriebswirtschaftlichen Ausbildung entschloss er sich, im Alter von 40 Jahren noch eine Lehre anzuhängen.

Tradition und ­Innovation
«Hier war der erste Firmensitz meines Grossvaters», sagt Claude Mauron und zeigt auf die Fassade eines Hauses im historischen Kern von Fribourg. Bis heute besteht die Robert Mauron SA als anerkannter Dachdecker- und Sanitärbetrieb. Wie passen Ziegel und Wasserleitungen zusammen? «Vor der Revision der Berufslehren konnte man als Sanitär in nur einem Jahr die Zweitlehre als Dachdecker oder Spengler abschliessen und umgekehrt», berichtet Claude Mauron. In der Firma hätten früher alle Mitarbeitenden beide Lehrabschlüsse besessen. Ein grosser Vorteil aus wirtschaftlicher Sicht: «So konnten wir im Winter Sanitärarbeiten ausführen, statt auf schneebedeckten Dächern arbeiten zu müssen.» An der Kombination der beiden Gewerke hält das Unternehmen bis heute fest. Zwar gibt es durchaus Kunden, die ihr Dach und auch ihr Bad von derselben Firma modernisieren lassen. Doch die zwei Branchen hätten sich stark auseinanderentwickelt, sagt Claude Mauron: «Nur weil ich für eine Kundin das Dach modernisiere, heisst das noch lange nicht, dass sie mir auch ihre Sanitär­arbeiten anvertraut.»

Vom Kaufmann zum Handwerker
Die Freude an der Arbeit mit Wasser begleitet ihn bis heute. Und sie war auch ein Grund für eine eher ungewöhnliche Berufsbiografie. Auf Rat seines Vaters entschied sich Claude Mauron zunächst gegen die handwerkliche Ausbildung. Mit dem Abschluss der Handelsschule, einem Studium an der Hochschule für Wirtschaft Fribourg sowie dem Abschluss als Betriebswirtschafter legte er eine ­solide kaufmännische Basis für seine Tätigkeit. Doch im Arbeitsalltag machte sich der Mangel an Fachkräften immer deutlicher bemerkbar. Deshalb begann Claude Mauron im Alter von 40 Jahren doch noch eine Ausbildung als Sanitärinstallateur EFZ. Dank der vorgängigen Ausbildungen war der Aufwand dafür relativ überschaubar – ein bis zwei Vormittage Schulunterricht pro Woche, dazu die regulären überbetrieblichen Kurse sowie einige Ausbildungsmodule. Der Einsatz habe sich gelohnt, meint Claude Mauron: «Meine Lehre war super, um den Beruf kennenzulernen, das Tagesgeschäft zu verstehen und mit meinen Mitarbeitenden und Kunden eine gemeinsame Flughöhe zu finden.»

Von der Attraktivität des Dachdeckerberufs ist Claude Mauron überzeugt: «Der Beruf ist top. Doch wir müssen die Vorteile noch besser kommunizieren.»

Langjährige Treue und lokale ­Verbundenheit
Die Robert Mauron SA ist praktisch nur auf dem Stadtgebiet von Fribourg tätig. Für die Mitarbeitenden, die kurze Arbeitswege und ein Mittagessen mit ihren ­Familien geniessen können, ein grosser Vorteil. Verschiedene Dachdecker arbeiten bereits seit 36 Jahren für das Unternehmen – und der dienstälteste Handwerker, vor Kurzem pensioniert, stand fast 49 Jahre in den Diensten der Firma.

Fast alle Aufträge werden auf dem Stadtgebiet ausgeführt. «Ein grosser Vorteil für unsere Mitarbeitenden, denn so können sie über Mittag nach Hause.»

Die Kunst der Dachdeckung
Für die Dachhaut der oftmals denkmalgeschützten Objekte kommen alle möglichen Materialien zum Einsatz, so etwa Schindeln, Ziegel, Faserzement oder Metallelemente. Claude Maurons Favorit ist und bleibt jedoch der Naturschiefer: «Damit konnten wir schon mehrere denkmalgeschützte Objekte eindecken, so etwa den alten Bahnhof in Fribourg. Daneben haben wir auch auf drei historischen Türmen von Fribourg gearbeitet – Tour Rouge / Roter Turm, Tour de Durrenbuhl / Durrenbuhlturm und Tour des Chats / Katzenturm.»

Die Zukunft des Baugewerbes
Obwohl der Fachkräftemangel auch die Fribourger Firmen plagt, ist Claude ­Mauron von der Attraktivität des Dachdeckerberufs überzeugt: «Aus meiner Sicht müssen wir die Vorteile der Berufsbildung noch besser kommunizieren. Für mich ist klar, dass jede und jeder mit einem EFZ im Baugewerbe in den nächsten 25 Jahren keinen Tag arbeitslos sein wird. Zudem wird man sich aussuchen können, in welchem Unternehmen man arbeitet und welches Mobiltelefon man möchte.»

«Meine Lehre war super, um das Tagesgeschäft zu verstehen und eine gemeinsame Flughöhe zu finden.»

Claude Mauron
Mitglied werden.

Eine Mitgliedschaft bei Gebäudehülle Schweiz erleichtert Ihnen den Arbeitsalltag und verschafft Ihnen einen Informationsvorsprung am Markt.

© Gebäudehülle Schweiz